C&A in Brasilien – Warum Facebook ein Werkzeug bleibt (Case Study)
Anfang Mai schwappte eine interessante Facebook Case Study aus Brasilien in den Fokus ein paar deutscher Blogs. Dort, also in Brasilien, hat C&A versucht das “Like” in die Läden zu bringen. Also offline. Man hatte die Anzahl der Likes für das jeweilige Produkt aus dem Onlineshop auf die Bügel der Produkte in den C&A Filialen gebracht. Anscheinend in Real-Time. Was vielleicht aussieht wie eine nette Idee, wirft für mich aber doch eine ganze Hand voll Fragen auf.
Es ist nicht mehr wirklich ungewöhnlich wenn Menschen, vor allem Frauen, auf Facebook interessante Outfits aus Online-Shops teilen. Die Offline-Variante davon stellte Diesel bereits 2010 vor.

Da wirkt es fast wie ein Schritt zurück, was C&A in Brasilien versucht. Nur haben so wenig andere sich an solchen Ansätzen ausprobiert, dass allein für die Initiative an sich bereits Applaus gespendet zu werden scheint. Doch es ist nun wirklich nicht sonderlich sozial, die blanke Zahl der Likes eines Produktes im Offline-Shop zu sehen. Es führt eher dazu, dass eine hohe Anzahl an Likes abschreckend wirkt. Wer will schon riskieren mit einem Haufen Gleichgekleideter durch die Straßen von Sao Paulo zu laufen.
Die Tatsache, dass nur 10 der beliebtesten Produkte diesen Zähler erhalten, hilft da nicht gerade weiter. Es senkt den Aufwand, verspielt so aber auch jegliche Orientierung. Wo sind die besten Newcomer, die Aufsteiger der Woche, die Evergreens? Fashion-Charts klingen irgendwie wenig zielführend. Zudem ist es fraglich warum in Zeiten, in welchen die persönliche Empfehlung – gerade mithilfe sozialer Netzwerke – immer wichtiger wird, die Masse entscheiden soll. Eine Masse, die wir weder kennen noch sehen können. Keine Kommentare. Keine Profilbilder. Da ist es auch egal, ob Facebook draufsteht. Das macht die Sache nicht gleich sozial. Es bleibt das vielzitierte Werkzeug. Und der Einsatz ist wichtiger als die Funktion. War es immer. Wird es bleiben.
Tags: Brasilien, C&A, Case Study, Facebook, fashion, Social Media

Mein Name ist Julian Grandke. Seit 2003 arbeite ich im Bereich der digitalen Medien. In diesem Blog schreibe ich u.a. über Social Media, Branding, Blogging, Entertainment und Sport. 