Facebook-Gewinnspiele – (K)ein Fass ohne Boden

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Gewinnspiele auf Facebook sind der Hit! Immer mehr Unternehmen sehen diesen Weg, als den gemütlichsten um neue Fans zu generieren. In der Theorie ist das gar nicht so falsch. In der praktischen Umsetzung geht aber oftmals etwas daneben.

Es ist wirklich schön, wie viele Unternehmen iPads bei Facebook verlosen. Gewonnen habe ich zwar immer noch keins, aber der Anreiz an einem solchen Gewinnspiel teilzunehmen ist generell immer da. Das schöne an einem Tablet wie dem iPad ist auch die vielfältige Nutzbarkeit. Mit der Verlosung eines iPads kann ich eigentlich gar nichts falsch machen oder etwa doch?

iPad-Gewinnspiele – Anziehungskraft vs. Markenbezug

Fakt ist, dass das iPad eine relativ hohe Anziehungskraft hat. Neue Fans sind garantiert. Doch bringen diese Fans wirklich etwas? Wären diese Fans auch so auf die Facebook-Seite dieser Marke gekommen und hätten auf “gefällt mir” geklickt, wenn sie nur gewusst hätten, dass die Seite existiert. Oder interessieren sich diese Leute nach der Teilnahme urplötzlich doch für das Produkt oder die Dienstleistung? In der Regel ist das eher selten der Fall. Ob man nun alle Fans teilnehmen lässt oder zusätzlich noch weitere Informationen eintippen muss, ist dabei fast zweitrangig.

iPad - Gewinnspiele auf Facebook

Die wichtige Frage ist, was mache ich über die Vergabe eines Gewinnspiel-Preises hinaus? Stelle ich das Gewinnspiel zur Verfügung und gebe irgendwann einfach den Gewinner bekannt. Schreibe ich nervige und fantasielose Newsletter an alle Teilnehmer? Nein. Wenn ich schon ein iPad verlose, obwohl meine Marke mit Technik und “fancy gadgets” nichts zu tun hat, dann sollte ich darüber hinaus sicherstellen einen Schritt weiterzudenken und einen Bezug zu meiner Marke aufzubauen. Sei es die Erstellung einer eigenen App, die ich zusätzlich bewerbe. Oder aber ein Special bei foursquare oder Facebook Places, welches ich in das Gewinnspiel integriere.

Facebook-Gewinnspiel – Mit Kreativität den Marken-Bezug aufbauen

Der Fantasie sind letztlich kaum Grenzen gesetzt und es gibt noch eine Menge andere Möglichkeiten. Dabei muss es auch nicht immer ein iPad sein. Und wenn es heißt, dass man Dinge über Social Media möglichst klar und einfach verständlich kommunizieren sollte, bedeutet das nicht alle Kreativität zu begraben.

iPad - Board-Computer im BMW

Es geht natürlich einfacher. Vor allem dann, wenn ich Dinge verlosen kann, die ohnehin einen direkten Bezug zu meiner Marke/Branche haben. Doch es gibt eben Branchen, die Schwierigkeiten haben Dinge zu finden, die auf ein breites Interesse stoßen und neue Fans ansprechen. Allen voran diverse Dienstleistungsunternehmen.

Facebook-Fans – “Tod oder lebendig?”

Wenn ich es nun aber nicht schaffe einen Bezug herzustellen, dann droht vielen Marken der Verlust dieser Fans. Auf den ersten Blick wird das nicht immer gleich wahrzunehmen sein. Denn genervte Fans klicken auch gerne mal auf “verbergen” statt das “gefällt mir” zu streichen oder ignorieren die Beiträge manuell. So bleibt die Anzahl der Fans hoch, doch die Aufmerksamkeit fällt schnell ab. Und im Zweifelsfall gewinnt einer der “verbergen”-Klicker auch noch im vielleicht folgenden Gewinnspiel und weiß gar nicht so wirklich was los ist.

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf meinem eingestellten Blog BrandingStory am 20.04.2011 veröffentlicht.)

© Photos by Veronica Belmont & Yutaka Tsutano