Location what? Es war einmal.. LBS.

Verfasst am 13.10.2011 in Social Media

Es ist irgendwann Anfang der 90er Jahre. Mark ist einer der letzten im Büro. Bevor er Feierabend macht, besucht er das besonders stille Örtchen. Er hat es heute nicht eilig, will den Rest des Abends entspannt verbringen. Als er fertig ist merkt er, dass er eingesperrt wurde. Was also tun? Kein Telefon. Fenster? 5. Stock. Wohl kaum. Also Gehör verschaffen. Wirklich keiner mehr da. Tür eintreten? Keine sonderlich gute Idee. Schulter schmerzt, Fuß irgendwie auch.

Etwa zehn Jahre später, Mark hat mal wieder die Zeit auf seinem Lieblingsplatz im Büro vergessen. Heute hat er ein Handy dabei. Mit einem Lächeln erinnert er sich an das letzte Mal, als er hier saß.

Location what? Es war einmal.. LBS.Winter 2010. Und unser Freund Mark hat scheinbar gar nichts dazu gelernt. Heute hat er auch noch sein Handy vergessen. Doch er hat ja noch sein iPad in der Manteltasche. Kurzentschlossen tut er nun etwas, was seine Freunde noch Monate später als den “epic Check-In vom Klo” in abendliche Unterhaltungen einfließen lassen. Seinen Job hat Mark mittlerweile gekündigt und sich selbstständig gemacht. Nun hat er einen Schlüssel zum Klo. Wurde auch Zeit.

White House: Obama schon ausgezogen?

Natürlich gibt es noch viele andere Gründe, sich mit den Location Based Services wie Foursquare, Gowalla oder Facebook Places zu beschäftigen. Sie sind nicht nur ein persönliches Gedächtnis, wo man sich denn die letzten Tage wieder mal so herumgetrieben hat. Sie sind auch ein Spiel in den Sphären zwischen mobilen Endgeräten und realem Leben. Man kann Punkte sammeln, Rabatte bekommen und sich bei Foursquare auch einfach mal kurz den Titel “Bürgermeister” besorgen. Im Weißen Haus regiert momentan eine junge Frau namens Laura – wer ist da schon ein Obama?

Einbrecher vs. Bausparen

Sozial sind die neuen Einbrecher-Kleinanzeigen-Dienste auch noch. Man stellt sich das mal vor. Die Kollegen sind wieder gemeinsam am Freitagabend in die coolste Bar nähe des Büros weitergezogen. Du kommst von einem Außentermin nach, weil du es auf Facebook gelesen hast. Als deine Kollegen dich sehen, verziehen sie genervt das Gesicht und beginnen zu tuscheln. Nach einer halben Stunde gehen sie “nach Hause”. Ein paar Bier sind schon geflossen, weswegen ihr nächster Check-In schon bald auf deinem Display auftaucht. Du magst nun diese neuen LBS-Monster hassen und deinen Bausparvertrag ins Lagerfeuer werfen – aber zumindest weißt du jetzt woran du bist.

Photo by Alexis Rondeau


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