Schon vor dem Start: Neue TV-Serie “Smash” ist ein Social Media Hit
Wenn heute Abend auf dem amerikanischen Sender NBC die erste Folge der neuen Serie “Smash” laufen wird, steht bereits eine relativ breite “Anhängerschaft” dahinter. Bevor die Pilotfolge überhaupt gelaufen ist, versammelt man bereits mehr als 200.000 Fans auf der eigenen Facebook Page. Eine beachtliche Zahl, die andere Serien auch nach der ersten Staffel nicht knacken. Doch wie hat man das geschafft? Mich hat das neugierig gemacht und ich hab mir den frühen Facebook-Erfolg von Smash mal näher angeschaut.
Eine starke Anhängerschaft, die regelmäßig den Fernseher einschaltet wenn deine Serie über den Schirm läuft und gleichzeitig Werbung für die Sendung macht, kann in der heutigen TV-Landschaft überlebenswichtig sein. Denn neue Ideen und Skripte für TV-Shows finden sich in den USA jedes Jahr Dutzende. Wenn eine Serie nicht nach den Vorstellungen des Senders funktioniert, wird sie schnell beendet. Manchmal schon bevor die letzte gedrehte Folge überhaupt gesendet wurde. Geduld ist ein Fremdwort. Es gibt zu viele Alternativen, die ja sofort funktionieren könnten. Die Skripte zu Serien dessen “appeal” nicht in der Pilotfolge erkennbar ist, landen ohnehin direkt im Müll. Der Zuschauer braucht einen Grund um wieder einzuschalten.
Das Musical-Drama “Smash” tut bereits vor der Ausstrahlung eine Menge dafür, dass es eine Zukunft hat. Denn Namen allein retten dir im umkämpften Geschäft um Einschaltquoten nicht mehr den Hintern. Und so verlässt man sich nicht auf Executive Producer Steven Spielberg oder das TV-Debüt in einer Hauptrolle von Sängerin Katherine McPhee. Man setzt auf eine massive Social Media Offensive und beginnt diese bereits Monate vor dem Start der neuen Serie. Im Mai 2011 wird die Facebook-Seite gestartet, auf der man freudig ankündigt den Sender NBC mit dem eigenen Skript überzeugt zu haben (ein Twitter-Profil folgte auch bald).
Von nun an wird den ersten Fans Einblick gegeben. Vor allem durch viel Video-Content, welcher allerdings oft zur NBC-Website führt. Egal. Mit einzelnen Clips aus der Serie wird eine Geschichte erzählt. Dazu werden Interviews mit den Darstellern geführt und erste Presseartikel verlinkt. Man interagiert mit verwandten Programmen von NBC wie zum Beispiel “The Voice”. Sowohl online als auch in der Show selbst, in der Katharine McPhee Monate vor dem Serienstart die Leute neugierig macht. Das Zusammenspiel zwischen klassischen und neuen Medien erscheint extrem geschmeidig. Wer auf Facebook nachdem er von der Show gehört hat nach “Smash” sucht, wird sofort abgeholt. Und obwohl die Show noch lange nicht läuft, schafft man es mit regelmäßigen, interessanten Einblicken die Neugierde zu wahren. Und das bei all uns ADS-Kranken da draußen.
Interessant ist auch, dass man trotz eher kleinem Engagement-Raten in den ersten Monaten, konsequent dran geblieben ist und scheinbar unbeirrt weitergemacht hat den vollen Einblick in die Hintergründe der Show und alle betreffenden Ereignisse und News zu geben. Ein paar interessante Posts jetzt im Überblick.
Man beginnt die Facebook-Reise wie eine gute Geschichte und hat daher eine frühe Szene aus Smash verlinkt.
Ein wenig später ist die Hauptdarstellerin bei “The Voice” zu Gast und erzählt nicht nur von der neuen Serie. Es wird heute auch der Song “Beautiful” performt. Dieser spielt auch bei Smash am Anfang eine bedeutende Rolle.
An vielen Stellen wird verraten, wie sich die verschiedenen Akteure auf Smash vorbereiten. Dazu gehören natürlich auch die Drehbuchautoren. So geht Transparenz.
Man ist bemüht klar zu machen, dass auch einige Broadway-Akteure unter den Schauspielern sind. Die Neuzugänge werden stolz präsentiert und man hat den Überblick wie Smash beginnt zu wachsen.
Ein frühes Q&A mit den Hauptdarstellerinnen dient nicht nur dazu erste Fragen zu klären, sondern vor allem dazu eine persönlichere Bindung mit der Serie aufzubauen. Fan Engagement schon leicht steigend.
Der “Durchbruch” ist aber dieses Video von einem “Beautiful”-Cover, welches nicht nur Likes und Kommentare, sondern auch die Shares nach oben schnellen ließ (für deutsche Nutzer das Video hier auf Vimeo). Diese Version des Songs konnte man wenig später auch kostenlos über Facebook herunterladen (via Soundcloud-Integration). Weiterer Buzz für die Sendung garantiert. An dieser Stelle wurde das erste Mal richtig große Reichweite erzielt.
Im Januar kamen noch ein paar kleine Facebook-Apps dazu, auf die ich jetzt gar nicht groß eingehen möchte. Es sollte klar sein, dass die letzten Wochen vor der Premiere die Anzahl der Einblicke in Smash gestiegen ist und die Pressearbeit intensiviert wurde. Doch ein letzter kluger Schachzug sollte noch erwähnt werden. Um die Reichweite und das Interesse weiter zu steigern, wurde die erste Episode von Smash bereits am 16.Januar kostenlos auf iTunes zur Verfügung gestellt.
Mit der Art und Weise wie hier eine neue TV-Show dem Zuschauer mithilfe von Social Media näher gebracht wurde, hat man gewisse Maßstäbe und ein positives Beispiel gesetzt, andem man sich durchaus orientieren kann. Auch die crossmediale Vermarktung hat wunderbar funktioniert. Ruhig und kontrolliert – natürlich, aber mit Plan. Sobald die Sendung läuft, könnte man allerdings versuchen die Fans noch ein wenig direkter miteinzubeziehen und nicht zu viel zu “pushen”. Ansonsten, well done!
Tags: Broadway, Case Study, Facebook, Fan Engagement, Katherine McPhee, Musical, NBC, Smash, Social Media, TV








Mein Name ist Julian Grandke. Seit 2003 arbeite ich im Bereich der digitalen Medien. Momentan arbeite ich als Social Media Berater, Blogger und freier Journalist. 
