Two And A Half Camps (Blogparade: “How I Met My Twitter”)

Verfasst am 04.12.2011 in Social Media

Meinen heutigen Twitter-Account @jugrand habe ich am 12. November 2009 angemeldet. Was typisch ist. Schließlich war Herbst und ich bin nun mal eher so das Sommerkind. Davor spielte ich mit Twitter zwar schon rum, aber so wirklich ernst nahm ich es also erst ab jetzt. Jenem Herbsttag.

Und wie es meine Neugierde so brachte, hängte ich mich von diesem Tag an die Fährte aller wirklich interessant erscheinenden Twitterer. Fast so wie Onkel Charlie mit seinen offline-Bekanntschaften, nur “etwas” nüchterner. Und da trieben sich vielleicht interessante Gestalten herum. Die virtuellen Begegnungen waren oftmals lehrreich in jede Richtung. Sei es zum Lernen und Verbessern der (eigenen) Kommunikation auf Twitter, weil ich zu faul war die “Betriebsanleitung” zu lesen. Oder natürlichen auch im fachlichen wie zwischenmenschlichen Bereich.

Keine “alten” Menschen auf Twitter? Dann such ich mir neue!

Da wenige meiner damaligen Kontakte auf Twitter waren, hatte ich nun also einen Haufen virtueller Bekannte, deren Zahl in die Höhe schnellte. Nicht weil ich irgendwelche wahnwitzigen Followersysteme ausprobiert hätte oder Lady Gagas Outfits auf ebay vertrieb. Nein, es gibt einfach eine Menge tolle Menschen auf Twitter. Ein paar der tollsten “rettete” ich auch in andere Netzwerke wie Xing, LinkedIN, Facebook usw. herüber. Je nachdem wie oft man sich über den Weg lief, diskutierte man fleißig und tauschte Informationen aus.

Es dauerte lange, fast zu lange, bis ich die ersten auch offline traf. Das liegt vor allem daran, dass ich “hauptberuflich” Student bin und in Konstanz lebe. Eine eher beschauliche Gegend was Twitter und Social Media Pros angeht. Die ganzen Twittwochs und Social Media Clubs waren weit weg. Wenn man ein Twittagessen erstellte, musste man auch eher damit rechnen alleine zu essen. Nicht Sinn der Sache!

Bloggen, Reisen, Campen, Bloggen

Doch dieses Jahr änderte sich bei mir einiges. Zwar bin ich nach wie vor Student. Ich lebe weiterhin in Konstanz. Aber ich startete zum Beispiel diesen Blog, wie auch Brandingstory – ein Projekt, welches leider dann jung zu Grabe getragen werden musste.

Durch Dinge wie diese entstanden weitere, spannende Kontakte. Dazu vertieften sich andere. Und: Ich zog los durch die Republik. Traf Twitter-Kontakte einfach mal so u.a. in Bremen und Frankfurt, und entdeckte viel mehr Barcamps für mich. Aus zeitlichen und finanziellen Gründen, sowie der Absage des Barcamp Bodensee, reichten es dieses Jahr “nur” zu 2 1/2 Camps.

Das vertraute Fremde & Barcamp Galore

Die Barcamps, das waren das (halbe) Barcamp Karlsruhe, das innovate! in Osnabrück und zuletzt das Barcamp Hamburg, veränderten Vieles. Ich traf nach und nach viele Leute, die mir schon aus meiner Timeline bekannt waren. Und auch wenn man sich noch nie über den Weg gelaufen war, war der gegenseitige Umgang (und die Umgebung dieser Leute) ein sehr natürlicher. Das Fremde, welches man sonst empfindet wenn man neue Leute trifft, war nicht da. Was ein tolles Gefühl ist, wenn man nebenbei noch einen Haufen Leute trifft, die man zuvor auch online noch nicht kannte.

Online macht Offline besser – wenn man es denn nutzt..

Hab ich früher auf Reisen in Deutschland nur Familie und Freunde getroffen oder bestimmte Dinge erledigt, geht bei mir mittlerweile immer direkt der nächste Gedanke in Richtung Timeline. Entweder weiß ich schon genau, wen ich für welche Stadt/Region ansprechen will oder ich frage einfach mal in die Runde wer denn Zeit und Lust hat. Auch wenn soziale Medien das Leben in viele Richtungen verbessern, Kommunikation vertiefen und wertvoller machen – funktioniert all dies nur in voller Bandbreite, wenn man sich diese Vorteile offline zu nutzen macht. Die Übergänge sind fließend. Das wird man in Zukunft noch stärker merken.

Durch soziale Medien ist es auch einfacher geworden Gleichgesinnte auszumachen – sei es privat, beruflich oder beides gemischt. Doch deswegen muss man ja nicht gleich einen virtuellen Buchclub aufmachen. Die (Offline-)Welt bietet schließlich selbst mehr Möglichkeiten denn je – auch dank der spannenden neuen Kontakte.

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade “How I Met My Twitter” von der @punktefrau.


Tags: , , , ,