Castingshow + Crowdfunding = Karriere-Kickstarter?

Lindsey Pavao war eins der herausragenden Talente bei der zweiten Staffel von The Voice in den USA. Das war von Anfang an klar. Eine fast mystische Stimmung verbanden ihre Stimme, ihre Erscheinung und die Aura, die sie umgab sobald sie die Bühne der Castingshow betrat. Mit neuen Arrangements von bekannten Popsongs baute sie sich von Beginn an eine große Fanbase auf. Doch nichtsdestotrotz war im Halbfinale Schluss. Für die ganz große Masse schien sie noch zu speziell. Es fehlten wohl auch Teile ihrer eigenen Zielgruppe unter den Zuschauern. Dass sie dennoch so weit gekommen ist, belegen jedoch ihr Talent und eine mögliche Vermarktung im Mainstream-Bereich ohne zu große künstlerische Veränderungen in Kauf nehmen zu müssen.

Doch was nun? Anstatt auf einen Plattenvertrag zu warten, nahm Lindsey die Sache nur wenige Monate nach Ende der letzten The Voice US Staffel selbst in die Hand und bat die neu gewonnenen Fans um finanzielle Unterstützung für ihr Debütalbum auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

Castingshows und der Social Media Effekt

Sieht so die Zukunft für die Castingshow-„Verlierer“ aus? Eine Sache scheint sicher, dank Social Media lassen sich heute Fans während der Show deutlich besser sammeln als noch vor ein paar Jahren. Die Bindung mit den Fans ist dabei nicht nur essentiell für die Unterstützung während der Show, sondern auch für die weitere Karriere. Doch Fans auf Facebook oder Follower auf Twitter sind keine Garantie für ewige Treue. Wenn kein Label einen Vertrag auf den Tisch knallt und man nach der Show auch sonst keine großen Moves macht, verliert man das Interesse vieler Fans. Das ist ein natürlicher Prozess. Zu viele talentierte Menschen versuchen die Welt zu unterhalten. Plus: Die nächste Staffel steht auch bald wieder bevor. Die neue Staffel von Castingshow 2 und 3 ist sogar schon im Gange. Dass die Aufmerksamkeitsspanne heutzutage durch all die Medien wohl kürzer ist als je zuvor, brauch man mittlerweile gar nicht mehr groß hervorzuheben.

Pavao auf Kickstarter: Reizvolle Belohnungen und Zusatzmotivation

Eine Handlung ist gefragt. Und so entschied sich Lindsey Pavao auf Kickstarter zu gehen und ihre Fans ein weiteres Mal um Unterstützung zu bitten. Mit dem Versprechen, dass am Ende ein Album entsteht von dem alle etwas haben. Natürlich gibt es je nach Höhe der Spende eine entsprechende Belohnung. Bei Pavao fallen die in so einer Vielfalt und Menge auf, dass man diese hier gar nicht alle auflisten kann. Fakt ist: Schon lange vor Ende wurden die 25.000 $ erreicht, um die Lindsey ihre Fans gebeten hatte. Eine bescheidene Summe, die man vermutlich auch hätte höher ansetzen können. Aber das wäre nicht im Sinne der bodenständigen Künstlerin, die auch abseits der Bühne eher ruhigere Töne von sich gibt. Zusätzlich hat sie für jede 5.000 $ den kostenlosen Download eines Songs von einer bereits aufgenommen EP versprochen und damit ihren Fans weitere Motivation gegeben, den Kickstarter-Link zu verbreiten.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Musikern, die Crowdfunding für die Finanzierung verschiedenster Projekte nutzen. Was macht Castingshows also zur Besonderheit? Castingshows betreiben Storytelling vor einem Millionenpublikum. Dieses wird im Netz erweitert und gespiegelt. Aufgabe der Kandidaten ist es während, aber vor allem auch nach der abgelaufenen Show die Lücken in der Geschichte zu füllen und ein authentisches Bild abzugeben. Gerade auch in Hinblick zu einem folgenden Crowdfunding-Projekt. Hier zählt vor allem die Offenheit. Das macht Lindsey Pavao bisher sehr gut. Ihr Projekt auf Kickstarter endet in wenigen Stunden.

Einblicke nach Kickstarter aufrechterhalten

Doch mittlerweile sollte langsam schon die weitere Planung des eigentlichen Projektes laufen. Wenn sie es schafft auch während der Albumproduktion die Fans mit ins Boot zu holen und diese auf ihrem Weg mitnimmt, sollte ein Aufbau ihrer weiteren Karriere durchaus einen erfolgreichen Verlauf versprechen können. Und, falls sie dies wünscht, dürften dann auch Plattenfirmen vor der Tür stehen.

Ist dieser Weg für alle Kandidaten ohne weiteres machbar? Nicht unbedingt. Es gehört eine gewisse künstlerische Individualität dazu, genau wie natürlich Sympathie der Fans. Dazu sollte man möglichst nicht gleich zu Beginn der Show ausgeschieden sein. Außerdem sollte man halbwegs kommunikativ sein und eine grobe Strategie im Kopf haben. Dann ist sicherlich vieles möglich.

Lindsey Pavao – Social Media:

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