Startup Talk: keeeb – Interview mit Marc Thomalla

Auf den ersten Blick fühlt sich keeeb an wie eine Mischung aus Pinterest und delicious, aber das Hamburger Startup kann sicherlich noch ein ganzes Stück mehr. Letzte Woche hat keeeb einen Relaunch seiner Website vollzogen und arbeitet damit weiter mit Hochdruck daran dem Thema Bookmarking ein neues Image zu verpassen. Praktischer soll keeeb für den User sein, erzählt mir Marc Thomalla, CMO.

Es ist eine Weile her, dass es hier im Blog ein Interview gab. Da ich keeeb schon seit einiger Zeit im Hinterkopf habe, ist es sicherlich ein sehr gutes Thema für den Restart. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Marc sofort zugesagt hat.

Marc Thomalla - keeebAls was für eine Art Service würdest du keeeb beschreiben?

Keeeb ist ein Service, der Schluss machen soll mit ellenlangen Bookmarking Listen oder Copy&Paste Anfällen, um bestimmte Webinhalte für sich zu speichern. Unser Ziel ist es, dass der User nur das speichert, was er auch wirklich braucht. Manchmal ist es eben nur ein Stück einer Webseite – wozu dann die ganze? Um erneut auf dieser suchen zu müssen?

Ich verweise auch gern auf den sehr ausführlichen Erklär-Blogpost über Keeeb hier: http://www.keeeb.com/info/das-ist-keeeb/

Was unterscheidet euch zum Beispiel von klassischen Bookmarking-Seiten? Seid ihr das Pinterest der Bookmark-Dienste?

Wir werden oft verglichen mit Pinterest, Evernote oder Delicious. Was ja sooo schlecht dann gar nicht ist.

Allerdings ist unser Ansatz eben ein anderer und die Vorgehensweise, „seine“ Datensammlung zu erstellen, eben auch. Es ist sogar zu unseren Gunsten, dass es Pinterest bereits gibt. So erklärt sich Keeeb fast von selber – und DAS ist meist die größte Hürde: Den Usern erklären zu müssen, was sie mit einem Dienst tun sollen / können / dürfen.

Ihr arbeitet mit instakeeeb auch an Echtzeitlösungen für die Sammlung von größeren Contentmengen. Welche Bedeutung hat das Thema für euch bei der Entwicklung von keeeb?

Instakeeeb war eigentlich nur als kleines Gimmick für die re:publica 12 gedacht. Aber auf einmal entwickelte es ein Eigenleben – immer mehr Unternehmen fragten an, ob sie Instakeeeb auf Events oder permanent zur Markenbegleitung einsetzen dürfen. In 2012 haben wir unter anderem Hamburg Airport, Deutsche Post, Wayra, HRS, Swatch oder Fujitsu als Kunden gewinnen dürfen. In 2013 stehen weitere schöne Deals an, über die ich allerdings noch nichts sagen darf. Nur soviel: Instakeeeb ist ein klasse Instrument, welches wir auch weiterhin ausbauen werden. Zuletzt ja auch durch die Erweiterung von Tweets samt Bildern, die wir nun auch direkt mit auslesen können als erster Anbieter weltweit.

Wo seht ihr allgemein euren Fokus?

Der Fokus ist ganz klar die Keeeb Plattform. Unsere Feature-Liste ist enorm lang, in Kürze steht ein Design-Relaunch an, anschließend werden die Features nachgezogen. Wir geben Privatpersonen einen Service an die Hand, der das Social Bookmarking revolutionieren wird. Aber auch bereits heute setzen Firmen, Hochschulen oder Organisationen auf Keeeb, um meist auf privaten Seiten intern Recherche betreiben zu können.

keeeb ist einer dieser Dienste, der sich fast noch mehr als andere dazu dient, von seinen Nutzern zu lernen. Was habt ihr seit eurem Start für wichtige Lektionen mitgenommen, was die Weiterentwicklung von keeeb anbelangt?

Wir nehmen jedes Feedback der Nutzer sehr ernst und antworten sehr zeitnah auf jede Supportanfrage. Für die „heavy User“, also die, die sich überdurchschnittlich viel mit Keeeb beschäftigen, haben wir eine Inner Circle Gruppe auf Facebook gegründet, wo sich alle von Keeeb mit den Nutzern austauschen, Features besprechen oder Fehler melden.

Wir haben eine lange Featureliste – teils selber erstellt, teils Wishlisten von Nutzern und Unternehmen, die Keeeb im B2B Bereich einsetzen wollen.

Wie versucht ihr eure Nutzer mit einzubinden? Welche Rolle spielen für euch Influencer?

Influencer sind sehr wichtig – aber jeder andere Nutzer ist es auch. Natürlich freuen wir uns, wenn jemand mit 20.000 Followern auf Twitter über Keeeb schreibt, am besten von selbst. Aber jeder Nutzer ist ein Influencer auf seine Weise. Wie schon erwähnt, geben wir jeder Anfrage unverzügliches Feedback, wir unterstützen Bar- oder Community Camps sowie Events mit kostenlosen Instakeeebs und sind immer gern bei Talkrunden oder als Speaker dabei, wenn es um Social Bookmarking 3.0 geht.

Welchen Stellenwert hat für euch das Thema Unternehmens- und Startupkultur?

Wir sind vielleicht kein typisches StartUp. Jeder weiss, was er zu tun hat. Die Wege sind kurz, wir dürfen alle – wenn wir wollen – von Zuhause aus arbeiten, wir sind schnell und unkompliziert und vor allem: Wir selbst. Wir sind mit Spaß bei der Sache, wissen aber auch, womit wir unsere Brötchen verdienen. Ich glaube, jeder bei Keeeb steht morgens auf und freut sich auf seine Arbeit und die Möglichkeit, etwas Großes und Neues zu schaffen. Jeder einzelne zählt.

Bewegt ihr euch allgemein in einem Startup-Umfeld und pflegt Austausch mit anderen Gründern? Wie wichtig ist so etwas für euch?

Sowohl als auch. Wir tauschen uns mit anderen aus, aber auch mit gestandenen Unternehmen und Konzernen – ich glaube, die gesunde Mischung machts.

Wie sehen eure Ziele für 2013 aus?

Pinterest kaufen und dann schließen (grinst). Nein, wir wollen viel von unserer Featureliste abarbeiten, die Nutzer von Keeeb überzeugen und möglichst tollen, ansprechenden Content bieten können der es erlaubt, Sachen zu finden die einfach nützlich und sinnvoll sind.

Habt ihr weitere Fragen an Marc? Was haltet ihr von keeeb? Hinterlasst eure Meinung in den Kommentaren.