Aufklärung: 4 Vorurteile zum Thema „Personal Branding“

Es gibt ein paar ganz klare Prinzipien, die beliebig erweiterbar wären, nach denen man sich beim Personal Branding orientieren kann. Um den Prozess des Personal Branding zu verstehen, gilt es zunächst einmal mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen.

1. Personal Brands und Images sind nicht dasselbe.

Doch viele setzen diesen Prozess gleich. In Wirklichkeit bezieht sich der Aufbau und die Pflege eines Images aber lediglich auf die Erschaffung eines äußeren Erscheinungsbild, welches mit der eigentlichen Persönlichkeit der jeweiligen Person nichts zu tun haben muss. Images beziehen sich auf einen rein subjektiven Gesamteindruck von der Mehrheit potentieller Kunden/Partner gegenüber einer Person oder eines Produktes. Authentizität steht dagegen im Mittelpunkt des Personal Branding. Die persönliche Marke verändert sich dann, wenn wir uns verändern. Das Image verändern sich oftmals deshalb, weil es den aktuellen Trends hinterherläuft. Ein falsches Bild zu kreieren ist ein in fast allen Fällen rein temporärer Vorgang, der selbst in der imageträchtigen Unterhaltungsbranche nicht immer aufrecht erhalten werden kann. Denn in der heutigen Mediengesellschaft platzt die Blase wesentlich schneller und der eigene Ruf ist dahin. Wer Kunden, Kollegen, Vorgesetzten dagegen ehrlich entgegen tritt, wird langfristig davon profitieren und sich in seiner Haut deutlich wohler fühlen.

2. Bei Personal Branding dreht sich nicht alles um dich.

Wer nur vor hat, sich selbst zu beweihräuchern, der sollte sich andere Wege suchen. Es geht viel mehr darum, durch seine eigenen Stärken und Möglichkeiten anderen Personen einen Mehrwert zu bieten. Sei es ein Unternehmensberater, der in seinem Blog über spannende Themen und hilfreiche Problemlösungen berichtet , ein Journalist, der mit seiner Art zu schreiben und seinen spannenden Geschichten, andere inspiriert oder ein Entertainer, der es versteht seine Leute auf seine Art eine besondere Form der Unterhaltung zu bieten. Wer anderen hilft, hilft oftmals auch sich selbst und damit seiner Marke.

3. Personal Branding kennt Freunde und Kollegen.

Was für den Umgang mit Kunden, potentiellen Kunden, Fans und Zuschauern gilt, ist auch ein Thema, was sich auf Kollegen bezieht. Natürlich gibt es immer mal wieder schwarze Schafe. Doch wer selbst keine größere Angriffsfläche bietet, muss sich vor diesen nicht fürchten. Vielmehr geht es darum seinen Kollegen und Vorgesetzten bei deren Aufgaben und Projekten Unterstützung zu gewähren. Das bietet nicht nur eine angenehme Arbeitsatmosphäre, sondern kann sich bei eigenen Projekten auszahlen. Networking ist ein wichtiger Punkt des Personal Branding. Wenn man zum Beispiel eine neue Herausforderung sucht, kann die Unterstützung von ehemaligen Kollegen und Business-Partnern, die mittlerweile in anderen interessanten Unternehmen sitzen, sehr nützlich sein. Allerdings sollte man aufpassen stets aufrichtiges Interesse zu zeigen, anstatt überall am nächsten Tag auf eine Gegenleistung zu spekulieren, die dann vielleicht nie kommen wird.

4. Bei Personal Branding geht es nicht (nur) darum einen Job zu finden

Ein weiteres Missverständnis ist die Behauptung, Personal Branding wäre bloß ein Weg um einen neuen Job zu finden. Eine Erweiterung zum Lebenslauf quasi. Unbestritten wird dieser Aspekt beim Personal Branding berücksichtigt. Doch der Aufbau der persönlichen Marke sollte ein langfristig angelegtes Projekt sein, welches parallel zum möglichen, neuen Job fortgeführt wird. Denn die meisten Menschen haben weitaus mehr als nur einen Job im Leben und es wäre eine unnötige Müße jedes Mal von vorne anzufangen, an der eigenen Marke zu arbeiten. Darüber hinaus erzielt eine „tote“ Marke, die alle paar Jahre reanimiert wird, als wenig überzeugend und nachhaltig. In Zeiten von Social Media sind solche Vorgehensweisen leicht nachprüfbar. Gerade in der Lokalpolitik sieht man solche Phänomene immer mehr. Kandidaten für das Bürgermeisteramt beginnen vor dem Wahlkampf etwa sich oft wenige Monate vor Wahlbeginn auch im Web ihre Präsenz zu erschaffen, nur um sie oftmals schon kurz nach der Wahl verwahrlosen zu lassen. Umso wichtiger das Internet in der Politik werden wird in Zukunft, umso mehr können sich solche Verhaltensweisen rächen. Und Politiker wiederum sind im Prinzip zu vergleichen mit Selbstständigen und Freiberuflern, die von dem Ruf ihrer eigenen Marke meistens noch stärker abhängig sind, als Angestellte. Wer nachhaltig an seiner Marke arbeitet, wird in Zukunft nicht so schnell in Verlegenheit geraten.

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf meinem eingestellten Blog BrandingStory am 28.02.2011 veröffentlicht.)