Der WTF-Faktor

Seien wir ehrlich. Einfach nur online zu sein und sich zu präsentieren wird auf Dauer für viele nicht funktionieren. Denn langfristig werden (fast) alle den Weg ins Internet suchen und sich dort besser oder schlechter verkaufen. Wer mit dieser Problematik von vornherein wenig bis nichts zu tun haben möchte, der sollte frühzeitig seine eigenen Besonderheiten herausarbeiten und darf sich nicht zu schade sein aufzufallen. Personal Branding bedeutet auch die Mitte zwischen dem eigenen Spiel aus Genie und Wahnsinn zu finden – gesucht ist der WTF-Faktor.

Der WTF-Faktor („What the f*ck?“-Faktor) ist im Prinzip der Vorgang, bei dem etwas aus der Menge hervorsticht und den Betrachter innehalten lässt. Fern ab von dem Gewöhnlichen, ob kreativ, innovativ oder im ersten Moment sogar schockierend. Eine Methode, die es im Marketing schon seit einiger Zeit gibt und die man auch für sein Personal Branding in Betracht ziehen sollte. Es ist gleichzeitig ein Vorgang der das Zielpublikum in positive und negative Reaktionen stürzen kann, der aber vor allem Aufmerksamkeit schafft. Unsere Frage ist also, was habe ich als Eigenschaft, in meiner Tätigkeit oder an meiner Person was heraussticht.

Der WTF-FaktorBusiness Coach setzt auf äußere Reize

Business-Coach Carol Roth hat in diesem Blog-Post den WTF-Faktor näher beschrieben und noch einmal betont, wie wichtig es ist authentisch zu bleiben. Sie nutzt den WTF-Faktor selbstverständlich auch für sich selbst. So arbeitet sie mit einem leicht provokativen Cover für ihren Business-Ratgeber und zeigt sich dort von ihrer schönsten Seite.

Bist du ein wenig verrückt?

Neben äußeren Reizen kann man mit Persönlichkeit fast immer punkten. Ein Beispiel von dem man sich auch für seine Arbeit etwas abschauen kann, ist die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic. Sie mag (noch) nicht die beste Tennisspielerin der Welt sein, doch sie ist eine sehr gute Spielerin, die weiß wie sie auf und Abseits des Platzes mit ihrer Persönlichkeit auffällt. Spätestens seitdem sie letztes Jahr begann ihre Siege mit dem „Petko Dance“ zu zelebrieren, dürfte sie den meisten Tennis- und Sportfans ein Begriff sein. Die Ausschnitte davon gingen um die Welt und auf Youtube finden sich zahlreiche Videos wie dieses:

Ein eigener Video-Podcast

Doch das ist noch lange nicht alles. Denn schon länger hat Andrea Petkovic mit „Petkorazzi“ auch ihren eigenen Video-Podcast in dem sie von sich und der Tennis-Welt berichtet und Interviews mit anderen Spielern führt. Nicht ohne den Humor dabei zu vergessen versteht sich. Ein gutes Beispiel ist diese Ausgabe von den Australian Open 2011 – inklusive einem Interview mit dem späteren Turniersieger Novak Djokovic.

Mit ihrer lockeren und authentischen Art hat Andrea Petkovic schon jetzt eine Nische in der Tenniswelt entdeckt und kann sich dort optimal vermarkten. Es muss eben nicht immer gleich eine eigene Modekollektion sein – wobei Andrea vermutlich auch dort herausstechen würde.

In sich gehen & Inspiration finden

Von Beispielen wie diesen lässt sich lernen. Es muss die Frage gestellt werden, was die eigene Person und Persönlichkeit auszeichnet und was man davon zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann. Wie man sieht, kann das auch eine Menge Spaß machen. Denn so lange man sich dabei wohl in der eigenen Haut fühlt, ist man auf einem guten Weg. Negative Kritik kann es immer mal geben, auch wenn man nichts riskiert und sich brav einreiht. Doch ob es einem auf Dauer wirklich hilft weiterzukommen und das eigene Potential auszunutzen darf zumindest bezweifelt werden.

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf meinem eingestellten Blog BrandingStory am 09.03.2011 veröffentlicht.)

© Photo by Ann Larie Valentine