Personal Brands & Einfluss – Zählt deine Stimme?

Ein schöner Effekt des Internets und vor allem der sozialen Medien ist, dass jeder eine Stimme hat. Das klingt zwar erstmal gut, aber nun stellen sich direkt zwei für uns wichtige Fragen: „Wird meine Stimme gehört?“ und „wie viel zählt meine Stimme überhaupt?“.

An dieser Stelle werden normalerweise dann im Anschluss an solche Fragen breite Diskussionen über die Demokratiefunktion des Internets losgetreten. Doch dafür gibt es genügend andere Blogs.. Ich möchte diese Fragen einmal auf das Personal Branding 2.0 anwenden. Denn dort spielen diese Fragestellungen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Frage 1: Wird meine Stimme gehört?

Bei dieser Frage geht es vor allem darum zu erkennen, ob wir irgendeine Art von Feedback bekommen. Sei es positiv oder negativ. Denn wie sonst auch im Leben ist fast nichts schlimmer als komplett ignoriert zu werden. Das kommt im Internet noch deutlich mehr als im realen Leben einer quasi nicht vorhandenen Existenz gleich und ist aus PR-Sicht ähnlich schlimm wie ein shitstorm.

Dabei sollte man nicht vergessen eine Verbindung zur offline-Welt zu ziehen. Denn es gibt immer noch viele Nutzer, die zwar in Social Media selbst viel lesen, aber selbst nicht aktiv darauf reagieren. Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass man nicht gehört wurde. So sollte man sich im direkten Gespräch hin und wieder vergewissern, ob seine Marken-Aktivität von den Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern wahrgenommen wird. Denn so manche wichtige Botschaft wird auch offline weitergetragen. Nicht nur bei den Kollegen, die sich ihre Emails ausdrucken lassen.

Personal Brands - Social Influence

Frage 2: Wie viel zählt meine Stimme überhaupt?

Die liebe Frage nach dem Einfluss also. Es gibt mittlerweile viele Tools mit komplizierten Algorithmen, die den Einfluss einer Person in Social Media versuchen zu berechnen. An der Spitze dieser Dienste steht Klout.

Doch der Wert deiner Stimme lässt sich eigentlich an ein paar einfachen Beispielen festmachen. Zum Beispiel die Frage ob deine Tweets denn per RT auch weiter verbreitet werden. Oder aber ob du oder deine Blogbeiträge in anderen Blogs zitiert werden. Dinge die Klout auch gerade noch berechnen könnte.

Weitere Beispiele: Was Klout nicht berechnen kann

Aber das ist nicht alles. Nehmen wir einmal an du kommentierst einen Facebook-Status einer gefragten Branchen-Seite und es ergibt sich eine hitzige Diskussion. Kommen dir Kollegen zu Hilfe und verteidigen deine Thesen? Solange eine Diskussion nicht eindeutig ist und auf der Kippe steht, ist das ein klares Anzeichen für Vertrauen in deine Meinung.

Wirst du bei offline-Events auf konkrete Aussagen und Blogbeiträge angesprochen?

Fragen dich andere Blogger nach Gastbeiträgen?

Gibt es Blogger oder Medienvertreter, die ein Interview oder ein Statement zu einem aktuellen Thema anfragen?

Bei Quora werden oft Fragen eingestellt nach dem Motto „Wer sind die Experten zu Thema XY?“ oder „Wen kannst du als Speaker für die XY Konferenz empfehlen?“. Bringen Leute deinen Namen ins Spiel? Herzlich Glückwunsch!

Personal Brands - Pillars of Influence

Fazit:

Es gibt insgesamt viele Indizien dafür, ob deine Stimme etwas zählt oder nicht. Nicht alle sind mit Online-Tools wirklich zu messen. Auch wenn sich ein großer Teil deiner Tätigkeit online abspielen sollte, gibt es auch beim Thema Einfluss keine klaren Grenzen, sondern oftmals einen fließenden Übergang zwischen Online- und Offline-Welt.

(Dieser Artikel wurde ursprünglich auf meinem eingestellten Blog BrandingStory am 06.04.2011 veröffentlicht.)

© Photos by Stefano Maggi & David Armano