Spaß, Leidenschaft & Social Media

Es gab eine Zeit – das ist noch gar nicht solange her – da haben mich Misserfolg, Kritik, dumme Fehler stark getroffen. Ich war lange Zeit down und habe gegrübelt. Was wäre wenn..? Wie konnte nur..? Warum ich..? Hätte ich nicht..? Und dann auch noch: Habe ich XY’s Erwartungen enttäuscht? Bis ich eines Tages festgestellt habe, wie ungesund das alles ist. Wie unwichtig manche Dinge sind. Und warum es keinen Sinn macht Dinge bis ins letzte Detail zu durchdenken, obwohl ich es sowieso nicht mehr ändern kann.

Versteht mich nicht falsch. Ich reflektiere immer noch viel. Aber anders. Ich habe akzeptiert, dass ich Fehler mache. Und diese Fehler bringen mich oftmals weiter, als all das lange Grübeln. Ich ziehe meine Lehren daraus und gehe weiter. Es ist nicht leicht zu lernen, Misserfolge hinzunehmen. Deshalb habe ich mir in den letzten zwei Jahren viele Gedanken gemacht, was mir wichtig ist und woraus ich mir Glück verspreche. Daraus habe ich Ziele abgeleitet. Manche sind klar, andere eher grob gehalten. Alle benötigen Arbeit und zum Teil auch Glück um dort anzukommen. Doch für alle gibt es verschiedene Wege, um diese zu erreichen. Davon bin ich überzeugt und das ist wichtig. Dadurch lassen sich Misserfolge besser verarbeiten. Ich muss sie nicht mehr ganz so ernst nehmen. Mich und mein Leben im Allgemeinen auch nicht. Ich freue mich mehr über Kleinigkeiten und auch wenn es bis zu einem bestimmten Level auch einige weniger angenehme Aufgaben auf dem Weg gibt, weiß ich mittlerweile wofür ich sie tue.

Jobben vs. Profilbildung

Zum Beispiel warum ich mich durch ein Studium kämpfe und parallel dazu einen großen Teil meiner Freizeit für etwas opfere, was kurzfristig gerade im monetären Bereich unbefriedigend wirkt. Ich spreche vom Bloggen, von den paar Aufträgen in meiner Agentur (wo ich momentan auch noch einen ehrenamtlich für ein NonProfit abarbeite) oder schon von all den Jahren Medienarbeit. Viel Arbeit, wenig (finanzieller) Ertrag. Während andere irgendwo jobben und durch die Welt reisen, investiere ich die paar Euros in Projekte, die zum Teil einen langen Weg haben, während andere nur zum Testen da sind. Ich hatte schon immer Spaß daran praktisch zu lernen, Ideen zu entwickeln und anzuwenden und erweitere dadurch gleichzeitig zu großen Teilen mein Wissen und mein Profil, in der Hoffnung das es sich in Zukunft auszahlt.

Ich will Ideen nicht mehr verstauben lassen

Mittlerweile habe ich auch endlich begonnnen bestimmte Dinge einfach auszuprobieren, wenn es irgendwie möglich ist. Dinge bei denen ich früher gezögert, gezweifelt und die Reifung der Idee überstrapaziert hätte. Doch das ist es einfach nicht mehr wert. Ich habe diese Zeit nicht mehr zu verlieren. Auch nicht die in der ich mich frage, ob es nicht vielleicht doch geklappt hätte. Eigentlich hätte mir das schon klar sein müssen, als ich das erste Mal eine Geschäftsidee umgesetzt gesehen habe, die ich schon lange Zeit früher notiert habe. Doch die Ideen müssen vom Zettel, wenn sie auch beim dritten oder vierten Mal lesen gut klingen oder dir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Nervt Social Media? Ja, Nein, Vielleicht…

Ich kann verstehen warum Kai Fischer und Daniel Rehn von Social Media genervt sind. Es gibt mittlerweile zu viele Möchtegern-Experten, die es schaffen sich über manchen seriösen Dienstleister hinwegzusetzen. Man muss nicht nur beraten, sondern selbst aktiv daran mitarbeiten die Unwissenden über diese Möchtegerns aufzuklären und dreht sich dabei ständig im Kreis. Oder man lässt es und lässt sich seinen Spaß an der Sache nicht verderben. In der Hoffnung, dass ausreichend Leute da draußen sind, die selbst unterscheiden können. Ein Mittelweg ist vermutlich gesund. Denn die Grundwerte von Social Media sind nicht so falsch. Es fällt bloß immer schwerer Spaß an ihnen zu finden, wenn man dafür kämpfen muss diese durchzusetzen.

Doch auch an dieser Stelle schaffe ich es nicht mehr die Dinge zu sehr an mich herankommen zu lassen. Denn Social Media ist am Ende des Tages nicht mehr als ein Werkzeug, welches sich in großen Maßen in unsere Kommunikationsgewohnheiten einnistet, sich aber ständig weiterentwickelt. Ich möchte dieses Werkzeug beherrschen, aber nicht nur dieses. Es ist mir klar, dass ich auch über andere Qualitäten verfüge, an denen ich ebenfalls arbeite. Meine Ziele haben an sich nichts mit Social Media zu tun. Das wäre auch zu einfach und zu kurzsichtig. Doch ich weiß, dass Social Media mir den Weg dahin erleichtert und ich auch wenn ich dort angekommen bin, die hier erworbenen Fähigkeiten irgendwie integrieren kann.

Zukunft: Eine Leidenschaft ist nicht genug

Nächstes Jahr muss ich wissen, was ich nach meinem Studium konkret machen möchte. Es gibt viele Ideen und natürlich spielt Social Media hier eine Rolle. Alles andere wäre wohl Blödsinn. Ich weiß, dass es für mich noch viel zu lernen gibt. Doch ich hoffe sehr, dass ich – wo immer ich lande oder was ich genau tue – ein Umfeld vorfinde, das noch eine weitere Leidenschaft abdeckt, damit ich weiß wofür ich das tue und den Spaß nicht verliere.

PS: Nachdem ich diesen Text gestern geschrieben habe und danach noch etwas auf mich wirken ließ, ist heute im Blog von Kai Fischer ein sehr interessantes Interview mit Daniel Rehn erschienen.