Twitter – Let’s kill the Auto Message

Auch wenn ich mich seit langer Zeit im Social Web wie zu Hause fühle, gibt es immer wieder Dinge, die die Harmonie stören. Etwas was dazu gehört – und ich weiß, dass es auch anderen so geht – ist die Twitter Auto Message.

War es anfangs noch die unpersönliche Note einer Auto Message, die sich schickte die Idylle des Microbloggens zu stören – ist es mit der Zeit einfach nur ein beinahe unverantwortlicher Diebstahl unserer Zeit. Denn ich habe zumindest noch keinen Weg gefunden, diese automatisierten Nachrichten zu blocken, die meinen Posteingang bei Twitter zu spammen, nach dem ich jemandem folge.

Twitter Fail WhaleLandingpage: Worst Practice

Es ist nicht nur ein leicht beschmutzter, zweiter Eindruck, der sich durch diese unpersönliche Form der Kommunikation niederlegt. Immerhin habe ich bereits eine aktive Entscheidung getroffen dieser Person zu folgen, bei allgemeinem Interesse oder durch interessante Tweets werde ich mich schon auf deine Website oder deinen Blog begeben. Keine Angst. Dazu kommt die nicht geringe Anzahl an Links in den Nachrichten, die einem direkt etwas verkaufen möchten. Special Offer – logisch. 14 Tage kostenlos testen – super! Nein, danke. Mittlerweile müssten schon Steve Jobs oder Mark Zuckerberg persönlich in dem Werbevideo auf der ach so seriösen Landingpage zu mir sprechen, damit ich nicht sofort wegklicke.

Die Bedeutung von persönlicher Kommunikation

Wenn man sich überhaupt schon direkt meldet, kurz nachdem man einen extrem losen Kontakt geschaffen hat, dann wenigstens persönlich. Denn es gibt genug Dinge, die Zeit stehlen online. Und wenn es jeweils nur ein paar Sekunden sind. Zeit wird immer kostbarer. Es ist auch kein Zufall, dass private Kommunikation in diesem sehr interessanten Artikel „7 Steps: The Evolution Of A Social Media Friendship“ erst der fünfte Schritt ist. Versteht mich nicht falsch. Es kommt oft vor, dass man diese Schritte vermischt – das ist auch okay. Ernsthafte, persönliche Messages kann man auch gerne zu Beginn schicken. Aber sind es ein wenig Traffic und noch weniger Leads wirklich wert einen meist nicht sonderlich guten Eindruck zu hinterlassen und vielen Menschen täglich Zeit zu stehlen? Meiner Meinung nach nicht. Allerhöchstens dann, wenn ihr etwas ohne jegliche Bindung oder ähnlichem verschenkt, was von allgemeinem Nutzen wäre. Aber bei wie vielen dieser Auto Messages ist das wirklich der Fall?

Twitter Auto Message kennt kein Echo

Auswirkungen gibt es dabei auch in anderen Fällen. Wenn mir jemand folgt schaue ich mir, wenn nicht schon der Twittername oder das Bild nach Spam aussehen, die Bio an und wenn das nicht reicht oder ich neugierig geworden bin, auch den angegebenen Link. Dabei kam es erst kürzlich vor, dass ich zwar interessiert zurückfolgte, da mir die angegebene Seite bekannt war, aber ich in der Bio einen defekten Link entdeckte. Ich schickte also eine DM mit dem Hinweis darauf. Einige Minuten später bekam ich lediglich eine Auto Message als Antwort auf mein Folgen. Der Link ist heute immer noch nicht geändert. Ich finde diese Entwicklung traurig.

© Photo by Manuel Iglesias